Für Tänzer ist das Tempo von unterschiedlicher Bedeutung. bestimmt wird es durch den Charakter des Tanzes. Dabei wird teilweise nur ein gewisser Rahmen gesetzt, der von den Tanzorchestern und ihren Leitern unterschiedlich genutzt wird. Der Tänzer auf einem Ball, im Tanzcafé oder auf einer Party wird das Tempo seiner Stimmung entsprechend annehmen oder ablehnen. Ihm bleibt die Wahl, das Parkett zu betreten oder den Tanz auszulassen.
Anders im Tanzsport. Der sportliche Wettkampf verlangt nach Regeln zur Sicherung der Chancengleichheit. Deswegen werden die Tempi der Tänze durch die Turnier- und Sportordnung des DTV vorgeschrieben. Diese Tempi sind bei Turnieren mit Schallplattenmusik [heute: digitale Medien] ebenso einzuhalten wie mit einem Orchester. Beim Tanztraining werden die Tempi oft gedrosselt, um zuerst einmal Schrittfolgen und Figuren zu üben.
Schwierigkeiten, die erforderlichen Tempi einzuhalten, ergeben sch aus verschiedenen Gründen. Nicht jeder Orchesterleiter beugt sich gern dieser starren Vorschrift. Künstlerische Entfaltung und Auffassung stehen dem oft entgegen. So entstehen leider immer wieder Schallplatten mit Turniermusik, bei denen einzelne Tänze nicht in dem verlangten Tempo gespielt werden. Für die Korrekturen etwaiger Abweichungen hatte man früher Plattenspieler mit stufenloser Temporegulierung. Der technische Fortschritt einerseits und vielleicht auch die zu geringe Nachfrage nach solchen Geräten andererseits haben bewirkt, daß diese stufenlose Regulierung kaum noch zu finden ist. Einen kleinen Tempospielraum haben zwar die meisten Plattenspieler, doch reicht dieser oft zur korrekten Einstellung der Tempi nicht aus.
Um so mehr sollten Produzenten von Schallplatten und die Orchesterleiter bei unserer Tanzmusik auf die geforderten Tempi achten.

Abbildung: Plattenspieler mit stufenloser Temporegulierung. Dieser Typ ist sehr häufig in Tanzschulen und Tanzsportvereinen im Einsatz gewesen.